Historie

Unser Haus hat Geschichte - ein kurzer Abriß

  • Unsere Betrachtung beginnt um 1850: Der Name unseres Hauses war im 19. Jahrhundert und Anfang des 20. Jahrhunderts mit dem "Segen-Gottes-Stolln" verbunden, wie auf den umstehenden Fotos zu erkennen ist
    • Restaurant "SEGEN GOTTES"
    • Etablissement "SEGEN GOTTES"
    • Hotel "SEGEN GOTTES" (Edle Krone)

  • Fast vergessen ist, daß Tharandt ein "Kurort" war. Und daß dabei das "Badetal" (-> unsere Straße) eine wichtige Rolle spielte, -> 1792 wurde die erste Badeanstalt nahe beim Schloßteich eröffnet (Pienner Straße, wo sich seit 1847 der Altbau der Forstlichen Hochschule erhebt); das dort gefundene Wasser soll heilende Wirkungen gehabt haben und eine ähnliche Zusammensetzung wie das Karlsbader Wasser im böhmischen Bäderdreieck.

  • Direkt neben unserem Haus führt die Bahnstrecke über Freiberg ... Chemnitz ... Hof in den süddeutschen Raum. Am 28.6.1855 wurde die Bahnstrecke zwischen Dresden und Tharandt übergeben; 1862 bis Freiberg.

  • Auffallend auf den älteren Bildern ist das besonders schöne Dach - dieses ist leider im Jahre 1979 den Feuerflammen zum Opfer gefallen und danach im heutigen Outfit neu erstellt worden.

  • Der Brand soll durch die Spule einer Leuchtstoffröhre verursacht worden sein. Diese Spulen wurden zu DDR-Zeiten im Gefängnis gewickelt (eine Jugendherberge war damals ein "gesellschaftlicher Bedarfsträger"). Ein politisch Gefangener hatte viel zu wenig Wicklungen gewickelt (die Lampe ging zwar in Betrieb, aber die Spule wurde extrem heiß, was den Brand ausgelöst haben soll).

  • In DDR-Zeiten wurde das Haus als Jugendherberge "Geschwister Scholl" genutzt. Das historisch alte "Huthaus" des Stollens stand bis 1954.
    Im November 2001 kündigte der Jugendherbergsverband den Pachtvertrag mit der Stadt Tharandt. Im gleichen Jahr übernahm die via-vitam gGmbH das Haus mit Gelände über Erbbaupachtvertrag von der Stadt Tharandt.
    Die Flut im Jahre 2002 verursachte bei uns auch Schäden. Wir erhielten zur Beseitigung der Schäden von vielen Seiten Unterstützung. Zusätzlich dazu wurden umfangreiche Sanierungen durchgeführt und das Haus vollständig neu möbliert. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 450.000 Euro, wovon ein nicht unerheblicher Betrag über Darlehen finanziert werden mußte.
    Heute dient unser Haus als Herberge und Begegnungs-stätte für die verschiedensten Anlässe: Tagungen, Freizeiten, Familienurlaub, -feiern, Gemeindegruppen, Klassenfahrten, Seminare, ...

  • Unser Haus hatte Feuer und Wasserfluten durchleben müssen, aber der Segen Gottes erhielt es (Jes. 43,2) und das Haus soll ein Segen für die Menschen sein, die sich hier begegnen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Silberbergwerks-Stolln "Segen-Gottes"

  • Im "Segen-Gottes-Stolln" wurden kaum bemerkenswerte Mengen Silber abgebaut. Man hatte jedoch vor der Erschließung große Mengen an Silber vermutet und in der Hoffnung dessen den Namen "Segen Gottes" gegeben.

  • An der Stelle, an der heute das Einfamilienhaus steht, stand das Huthaus des Stollns. Der in das Gestein gemeiselte Brunnen hinter dem Haus diente der Trinkwasserversorgung.

  • Zum Berwerkszugang kam man über eine Holzbrücke über die Weißeritz.

  • Alle Abruchgesteine aus dem Stolln wurden z. T. auf dem Grundstück "Segen Gottes" sowie auf Halde am Flußufer gelagert. Das ausgebrochene Gestein war vorwiegend Gneis, weniger Granit und Kalksinter.

  • Vom Mundloch bis zur Ortsbrust und im Stollnflügel steht über die gesamte Länge Standwasser mit ca. 50-70 cm Tiefe, selten 90cm. Die Sohle des Stollns ist ca. 0,2 cm bis 0,3 cm hoch mit Schlamm bedeckt, der insbesondere im hinteren Stollnteil beim Durchwaten Schwefelwasserstoff freigibt.

  • Der Hauptstolln mit Richtung West hat eine Länge von 473m und hat einen relativ großen Querschnit: etwa 8,00m hinter dem Mundloch wurde links in Richtung Süd ein 127m langer Seitenarm vorangetrieben. Im vorderen Teil hat er eine Breite von etwa1,60m und errreicht eine Breite bis zu 2,50m. Die Höhe ist mindestens 2,00m und wird im hinteren Teil bis zu 3,00m hoch.
  • Im Hauptstolln sind die Jahreszahlen 1859 bis 1869 eingemeißelt; das Stillegungsjahr war 1870.

  • Bis zum Jahr 1970 war das Mundloch des Stollns ungeschützt für jederman zugänglich, bevor es durch eine Gittertür verschlossen wurde.

  • Im Stolln haben viele Arten Fledermäuse ihre Heimstatt gefunden.